FAQ

Wie funktioniert ORT?

Sie als KlientIn melden sich an und öffnen ein Mandat. Das Ziel der Sitzung wird ins GAS eingeschrieben. Diese Daten sind öffentlich und interessierte Leser, die als Mitglieder des Reflecting Teams teilnehmen möchten, können sich registrieren. In einer ersten Phase schildern Sie nun Ihre, eventuell belastenden, Situation ausführlich. Die ReflektorInnen und der Berater lesen den Beitrag aufmerksam und achten besonders auf Ressourcen. Innerhalb von 3 Tagen werden Sie nun versuchen eine Beschreibung vielleicht übersehener Punkte beizutragen. Dafür eignet sich das Medium von Geschichten, Märchen oder Mythen genauso wie wohlwollendes Umschreiben negativ dargestellter Punkte . Diese Beiträge werden zuerst vom Moderatoren gelesen und auf Angemessenheit hin überprüft. Erst danach werden die Wortmeldungen veröffentlicht. Nun haben Sie wiederum 2 Tage Zeit alles zu lesen und auf Resonanz hin zu überprüfen. Gibt es dadurch neue Impulse? In erster Linie geht es bei ORT darum wertvolle Ressourcen zu beschreiben. Dabei gehen wir davon aus, dass jeder Mensch in seinem Leben ein Heldenepos schreibt und sich manchmal der persönlichen Leistungen gar nicht bewusst ist. Zum Abschluss können Sie beschreiben, was Ihnen besonders Eindruck gemacht hat. Der Moderator fasst dies nochmals zusammen und beendet die Sitzung. Nach spätestens 7 Tagen wird die Sitzung automatisch geschlossen.

Auf was für Grundlagen basiert das ORT?

ORT basiert auf einer langen Tradition. Die Grundlagen sind lösungsorientierte, ressourcenorientierte und systemische Ansätze verschiedener Schulen der Beratung. Wichtige Vertreter davon sind: Erikson, Grinder, Bandler, De Shazer, Satir, Watzlawick, Bamberger, Schmidt und ganz besonders Michael White. T. Andersen entwickelte in den späten 80er Jahren die Methode des Reflecting Teams. Sie wird in vielen Institutionen angewandt. Stephan Mayenknecht hat dieses Werkzeug weiterentwickelt und für die Online-Nutzung angepasst. Dieses Tool war Inhalt der Master-Arbeit zum systematischen Berater.

Warum ist das ORT öffentlich?

Das hat verschiedene Gründe. Einerseits möchten wir das ORT einer breiten Öffentlichkeit anbieten und dadurch auf diese Methode aufmerksam machen. Das ermöglicht es auch ReflektorInnen für die Teilnahme zu gewinnen. Zudem gibt es Studien, die besagen, dass auch die Zuschauenden beim Verfolgen der Sitzung wertvolle Ergänzungen ihrer Sicht erhalten können. Zum Anderen ermöglicht es einen Einblick in diese Arbeit wodurch Sie entscheiden können ob diese für eigene Fragestellungen angemessen sein könnte. Auch für die ModeratorInnen ist die Öffentlichkeit interessant: Zum Einen können sie ihre Arbeitsweise präsentieren und zum Anderen ist es möglich die geleistete Arbeit innerhalb der Supervision überprüfen zu lassen.

Wie kann ich beim Reflecting Team teilnehmen?

Um teilnehmen zu können sollten Sie über die im Codex beschriebenen Fähigkeiten verfügen. Diese Haltung bestätigen Sie mit der Teilnahme. Sind Sie überzeugt diese Voraussetzungen zu haben registrieren Sie sich für den Austausch online.

Wie kann ich als KlientIn teilnehmen?

Um als KlientIn teilnehmen zu können, erfordert es wenige Schritte. Zuerst registrieren Sie sich und suchen einen passenden Termin aus. Dann füllen Sie das GAS aus und geben dabei Ihre Ziele bekannt. Nun können Sie mit der Beschreibung der Situation beginnen. Direkt ins dafür vorbereitete Feld oder zuerst im Word und dann kopieren.

Was ist GAS?

GAS, Goal Attainment Scale, ist ein Werkzeug zur Ermittlung der Zielerreichung. Ursprünglich von Kiresuk und Sherman 1968 veröffentlicht. Mit diesem Werkzeug ist es Ihnen möglich einerseits ein Ziel zu formulieren und andererseits nach der Sitzung zu überprüfen wie nahe Sie diesem Ziel gekommen sind. Hilfreich dabei ist es, wenn Sie die SMART-Kriterien kennen.

Was sind SMART-Kriterien?

SMART-Kriterien helfen ein Ziel so zu formulieren, dass es erreichbar und messbar wird. Dabei achten Sie darauf das Ziel in der Gegenwartsform, in der 1. Person, aktiv und erfüllt zu beschreiben. Also so als ob das Ziel schon erreicht wäre. Die SMART-Kriterien sind: S spezifisch, M messbar, A ambitioniert, R realistisch, T terminiert. Beispiel: Ich habe bis zum Ende der Sitzung eine Entscheidung darüber getroffen ob ....

Wieso ist das ORT kostenlos?

Wir erachten das Reflecting Team als ein sehr wertvolles Instrument. Es kann oft aber nicht angewendet werden weil es nicht möglich ist die verschiedenen Menschen an einen Tisch zu bringen oder aus Kostengründen. Deshalb haben wir beschlossen das Angebot kostenlos online zur Verfügung zu stellen. Das gilt im Grundsatz für ein einmaliges Gespräch. Möchten KlientInnen ergänzende Sitzungen abhalten können sie dies kostenpflichtig durchführen. Dies ist aber keine Bedingung für die Teilnahme.

Wie wird der Schutz der Persönlichkeit gewährleistet?

Wir sind sehr darauf bedacht, dass die Persönlichkeit jedes Einzelnen gewahrt bleibt. Deshalb legen wir Wert darauf, dass die Teilnehmer nur die Daten angeben, die unbedenklich sind. Weder persönliche, noch die Daten von Erwähnten, sollten Rückschluss auf diese Person ermöglichen. Wir von ORT verzichten auf jede Art von Erhebung der persönlichen Daten. Die Angaben auf dem Formular zur Anmeldung sind deshalb nur aus technischen Gründen erforderlich, ermöglichen aber keine Erkennung Ihrer Person.

Ist es nicht gefährlich wenn Laien an einer Beratung teilnehmen?

Diese Sorge ist durchaus berechtigt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass innerhalb eines klaren Rahmens sehr interessante Beiträge der persönlichen Wahrnehmung der ReflektorInnen eintreffen. Wichtig ist, dass sich die Beteiligten an den Codex halten und der Moderator auf das Einhalten der Regeln achtet. Wenn dies geschieht kann, gerade durch die persönliche Wahrnehmung der ReflektorInnen, eine Erweiterung der erlebten Realität entstehen.

Welche Ausbildungen haben die ModeratorInnen?

Wir legen Wert auf fundierte Kenntnisse in der systemischen Gesprächsführung. Dazu sind unterschiedliche Werdegänge möglich. Aus persönlicher Präferenz erscheint uns der MAS in systemischer Beratung der ZHAW/IAP als ideal. Aber es gibt einige andere Möglichkeiten. Alle ModeratorInnen laufen durch ein Qualifizierungsverfahren und werden regelmässig in ihrer Arbeit überprüft. Zurzeit bestreitet Stephan Mayenknecht alle Moderationen.

Wie werde ich vor Übergriffen durch Teilnehmende geschützt?

Ihr Schutz ist uns ein grosses Anliegen. Natürlich gehen wir davon aus, dass die Teilnehmer über die notwendigen sozialen Kompetenzen verfügen. Es kann aber aus verschiedenen Gründen möglich sein, dass sich ein Beteiligter nicht an die im Codex beschriebenen Regeln halten kann. Deshalb werden alle Beiträge vor der Veröffentlichung zuerst überprüft.

Gibt es Grenzen des ORTs?

Das Ort ist für viele Bereiche ein wertvolles Instrument. Ungeeignet ist es für schwerwiegende psychische Probleme. Das ORT richtet sich deshalb an Menschen, die ein Problem bearbeiten möchten und neue Sichtweisen erhalten wollen. Dafür sind wir ausgebildet. Für tiefgreifende psychiatrische Probleme ist das ORT nicht vorgesehen. Dafür wenden Sie sich bitte an SpezialistInnen.

Haben Sie noch Fragen?

Schreiben Sie uns. Wir werden Ihre Frage so bald als möglich beantworten.